02. August 2009

Der SSV als Bauunternehmer (1985 Bau und Einweihung des Umkleidegebäudes)

Der Bau der Umkleidekabine stand unter der Überschrift “Biebernheimer schwitzten 300 Stunden für ihr Vereinsheim – bis zum letzten „Fitzel“ fast alles selbst gemacht –“ In einem kurzen Interview schildert Norbert Belzer seine Erinnerungen an dieses Projekt.
Viele, viele fleißige Helfer packen kräftig zu. Ohne sie gäbe es heute kein Vereinsheim. Ehrenamtliche Arbeit war damals eine Selbstverständlichkeit beim SSV Biebernheim.

Redaktion:
Norbert, wann und wie lange wurde das Vereinsheim gebaut?
Norbert:
1985 – nicht ganz ein Jahr. Es gab ja lange Zeit kein Vereinsheim.
Redaktion:
Wie sind die Sportler vorher ohne dieses Heim ausgekommen? Ohne Duschen und so?
Norbert:
Ja, früher war das gar nicht so sehr kompliziert. Es gab Vereine, da hat sich die Mannschaft einfach im Kuhstall gewaschen. Hier bei uns hat sich die Mannschaft im Vereinslokal bei Dieter Heinen umgezogen und sich am Wasserhahn, der dort ja vorhanden war, irgendwie ein bisschen gewaschen. Später – das dürfte so Anfang der siebziger Jahre gewesen sein – da haben wir bei Dieter Heinen, dort wo heute seine eigene Schlachtküche ist, eine kleine Umkleidekabine mit den ersten Duschen gebaut, allerdings auch nur für die Gäste.
Redaktion: Wer hat das Heim gebaut, eine Baufirma oder haben die Mitglieder selbst Hand angelegt?
Norbert:
Lediglich der Dachstuhl wurde von der Firma Schink/Niederburg aufgeschlagen. Sonst hat beim Bau des Vereinsheimes gar keine Firma mitgewirkt, sondern es wurde von Grund auf bis zum letzten Fitzel von Leuten aus den eigenen Reihen gebaut. Alle Handwerksberufe waren bei uns im Verein vertreten.
Redaktion:
Hat eigentlich jemand die Zahl der Helfer und Stunden gezählt?
Norbert:
Bei den Duschen im Vereinslokal wurden 300 Arbeitsstunden geleistet und etwa 9.000 Mark Barmittel aufgebracht. Das ist aber ganz sicher nicht alles, denn es wurde ja noch nach der Erstellung einiges gemacht, was zur Verbesserung diente. Also ich denke mir, dass die Arbeitsleistung in Stunden noch höher war.
Redaktion:
Was hat das Heim gekostet und wie wurde es finanziert?
Norbert:
Es war damals ein Kostenaufwand von rund 50.000 Mark an reinen Barmitteln. Und alles andere waren – wie gesagt – die Hand- und Spanndienste, die von uns selbst geleistet wurden.
Redaktion:
Und es wurden auch Mittel von der öffentlichen Hand zugeschossen?
Norbert:
Auch, ja natürlich.
Redaktion:
Und wer hat das Heim geplant?
Norbert:
Die Planung und die Zeichnung hat der Ingenieur Wolfgang Domakowski gemacht, den ich persönlich kenne. Die Vorplanungen hatte zuvor Karlheinz Eberhard erstellt.


Viele, viele fleißige Helfer packen kräftig zu. Ohne sie gäbe es heute kein Vereinsheim. Ehrenamtliche Arbeit war damals eine Selbstverständlichkeit beim SSV Biebernheim

Schweißtreibende „Hand- und Spanndienste“ am Betonmischer. Fast alles wird in Eigenleistung erbracht. Auf tatkräftige Hilfe kommt es an.

Das Mauwerk nimmt Gestalt an!

Herbert Jäger schlägt den letzten Nagel in den Dachstuhl.